Wiederaufbau-Objekt Sinzig. #1

Nach der Flut… Der Tag danach! (Youtube Link zum Projekt)

Der Film zeigt das, was die Flut dort in der Nacht vom 14. -15. Juli 2021 angerichtet hat, im Haus der betroffenen Familie… 
 

Objekt Sinzig. #1
Leitung – Tina   Techn. Support – Maik

Der Morgen nach der Flut…

Aus Gründen der gewünschten Anonymität der Flut-Opfer Familie, trägt das Projekt den Namen: 

Wiederaufbau Hilfsprojekt Sinzig #1 

14
JULI
2021

„Es war mal wieder am regnen und man sagte voraus, dass es noch stärker regnen werde…“

Die Flut-Nacht:

Am Tag der Flut, am 14.Juli 2021 stand ich wie immer um 5:30 Uhr auf um meiner Arbeit nachzugehen…

Es war mal wieder am regnen und man sagte voraus, dass es noch stark regnen werde. 

Ich hatte schon bedenken, wenn es so weiter regnet, könnte der Keller was abkriegen, mehr aber nicht.

Ich rief am Tag mehrmals zu Hause an und erkundigte mich über den Zustand in Sinzig, ob der Keller bereits was abbekommen hätte.“

Die Antwort von meiner Frau war immer: „Alles OK bis jetzt…“ Um 16:30 Uhr hatte ich Feierabend und wollte mit dem Zug nach Hause fahren. Ich arbeite in Köln. Als ich am Bahnhof in Köln ankam, waren schon viele Zugausfälle, -Witterungsbedingt. Mein Zug sollte um 17:26 Uhr abfahren, der fiel aber aus. Um 17:50 Uhr gab es einen anderen Zug, den nahm ich dann. Dieser fuhr jedoch nur bis Brühl, danach ging nichts mehr. In Brühl nahm ich dann die Straßenbahn die bis Bonn fahren sollte. Es ging nur 3 Stationen weiter dann mussten wir aussteigen aufgrund Hochwasser auf den Schienen.

Ich hatte dann die Möglichkeit von einem Fahrgast, der seine Frau anrief bis nach Bonn mitgenommen zu werden. Das Angebot nahm ich an, da wir schon 21:00 Uhr hatten.

In Bonn angekommen, hat mein Sohn mich mit unserem Auto abgeholt und sind nach Hause gefahren.

In Sinzig angekommen, ca. 23:00 Uhr waren schon überall Polizei, THW und die Feuerwehr im Einsatz, die in unserer Nachbarschaft über Lautsprecher dazu aufrief die Wagen wegzufahren.

Diese ganze Situation war mir nicht geheuer und ich machte mir Sorgen. Ich ging mit meiner Frau raus um zu sehen wie der Zustand ist und sah schon, dass die Ahr über ihre Ufer trat – ca. 200 Meter von unserem Haus entfernt. Je nach Jahreszeit und Regenmenge ist man als Anwohner Hochwasser von der Ahr gewohnt, deshalb dachte ich mir noch nicht viel dabei. Ich traf auf Feuerwehrleute, die sagten, dass sie uns rausholen würden, wenn es zu starkem Hochwasser kommt und es brenzlig wird. Als ich wieder zuhause war, fiel irgendwann der Strom aus. Auch dabei machte ich mir noch keine Gedanken und legte mich ins Bett, weil ich am kommenden Tag morgens aufstehen und zum Dienst musste. 

Ich rechnete allenfalls damit, dass Wasser in den Keller laufen könnte, aber daran konnte ich ohnehin nichts ändern. Ich schlief ein und wir wurden gegen halb zwei von der Feuerwehr geweckt, die ihr Versprechen leider wahrmachen und uns evakuieren mussten. Sie empfahlen uns, das Nötigste einzupacken. Danach sollten wir in den Helenensaal gebracht werden, der von den Rettungs- und Einsatzkräften zur Notunterkunft umfunktioniert wurde. Wir konnten das alles noch überhaupt nicht fassen. 

Wir beschlossen aber stattdessen direkt nach Remagen aufzubrechen, wo wir von einer Freundin meiner Frau beherbergt wurden. Dort mussten wir uns erst einmal gedanklich sortieren und etwas zur Ruhe kommen. Gegen halb fünf in der Früh bekam ich Fotos eines Freundes aus Sinzig zugeschickt, der von dem mehrstöckigen Wohnhaus, in dem er wohnte, Fotos von der Flut gemacht hatte. Meine Frau und ich konnten es nicht glauben. In dem Moment schoss mir der Gedanke durch den Kopf, wie es bei der Zerstörung auf den Fotos überhaupt für uns und alle Betroffenen weitergehen soll. Und bei dem Gedanken, machte sich Hoffnungslosigkeit breit. Wir warteten die Nacht ab und wir fuhren am Morgen mit meiner Frau zurück nach Sinzig. Da wir nicht bis zu unserem Haus durchkamen, parkten wir weiter weg und gingen zu Fuß. Der Anblick der Verwüstung war einfach nur schrecklich. Am Haus angekommen ging ich erst alleine rein, um zu sehen, was alles hinüber war. Der Keller war noch bis unter die Decke voll mit Wasser. 

Nachdem ich alle Etagen inspiziert hatte, ging ich wieder raus zu meiner Frau. Sie fragte voller Sorge, ob wenigstens unsere erste Etage unversehrt geblieben ist. Um sie nicht zu beunruhigen, habe ich ihr gesagt, dass dort alles in Ordnung wäre. Kurze Zeit später musste sie sehen, dass ich sie angelogen habe. Das Erdgeschoss und die erste Etage unseres Hauses waren komplett zerstört worden. 

Jetzt wurde uns aber klar, dass wir uns komplett umorganisieren müssen, weil unser gesamtes Haus nicht mehr bewohnbar war. 

Es wurde uns schnell bewusst, dass wir zwar eine Gebäude- und eine Hausratversicherung abgeschlossen hatten, aber keine Elementarversicherung besaßen und total unterversichert waren. Das bedeutete kurzum: kein Geld. Das war sehr frustrierend. 

Ich konnte drei Wochen Urlaub nehmen, um mich um alles zu kümmern. Danach musste ich, parallel zu den Aufräum- und Instandsetzungsmaßnahmen, wieder arbeiten. Mein Sohn hat beschlossen sein Studium für ein Semester auszusetzen, weil er den Druck und das Lernen emotional nicht geschafft hätte.

Mich hat das Erlebte immer wieder übermannt, da für eine richtige Verarbeitung der Erlebnisse keine Zeit war. Es war schwer für mich, dass meine Familie nicht bei mir sein konnte und alle so zerstreut waren. -Dass unser Zuhause zerstört wurde.

Mittlerweile, fast 6 Monate nach der Flut, wohne ich mit meiner Frau im Dachgeschoss unseres Hauses, ohne Warmwasser und Heizung. Unsere drei Kinder sind in die Nähe gezogen, damit die drei etwas ihre Ruhe haben.

Wir wollen unseren Kindern wieder ein Zuhause schaffen, damit wir bald wieder alle zusammen sein können. 

Jetzt bauen wir unser Zuhause wieder auf! Ohne Unterstützung ist uns das nicht möglich, unsere Reserven sind verbraucht. -Wir brauchen Hilfe!


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Verwendungszweck: Sinzig #1

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